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Ehrliche Frage: Paragraf 218 abschaffen...und dann?

Ehrliche Frage: Paragraf 218 abschaffen...und dann?

potatoes__everywhere

Vielen Dank für deinen Beitrag. Leider wurde er aus dem folgenden Grund bzw. den folgenden Gründen entfernt: * Einreichungen, dazu dienen die eigene Meinung prominent darzustellen fallen unter [Soapboxing (Regel 2.12)](https://www.reddit.com/r/de/wiki/regel_soapboxing) Weitere Informationen findest du in den [Community-Regeln](https://www.reddit.com/r/de/wiki/regeln). Falls dennoch Fragen bestehen, [melde dich bitte bei den Moderatoren.](https://www.reddit.com/message/compose?to=/r/de&subject=Frage%20bezgl.%20des%20entfernten%20Beitrags)


Grumpy_Yuppie

218 gehört selbstverständlich vollständig abgeschafft. Trotzdem muss natürlich ein Ersatz geschaffen werden, der Abtreibungen ab einem gewissen Monat (sobald es lebensfähig ist - wann das ist, sollte sich an der gesamtwissenschaftlichen Meinung orientieren. Ich bin kein Arzt und werde das daher nicht auf irgendwelche Monate oder Wochen runterbrechen) unter Strafe stellt.


[deleted]

Genau das. Eine Neuregelung mit sinnvoller Wochengrenze, und im selben Zuge die Abscgaffung des überholten Paragraphen.


cap_jeb

So einfach ist das. Also das meine ich völlig unironisch. Weg mit dem Drecksparagraphen und ersetzen durch einen ordentlichen Paragraphen.


ChronicConservative

DAS ist genau das, was ich auch sinnvoll fände, aber nirgendwo Erwähnung findet, die Forderung nach einem Alternativparagraphen geht immer komplett unter. (Der Beitrag von Timdropped gibt hier zumindest ein bisschen Aufschluss)


janora

Das Hauptproblem ist ja, dass das Bundesverfassungsgericht bereits geurteilt hat, dass sie sich nicht in der Lage fühlen zu beurteilen ab welchem Zeitpunkt ein ungeborenes ein Mensch ist und damit nach Artikel 2(2) GG (Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit) geschützt ist. Damit würde jedes Gesetz, was pauschal Abtreibungen legalisiert schlussendlich vom BVerfG kassiert werden. Der Gegner ist eben nicht §218 sondern das Grundgesetz. > Forderung nach der ersatzlosen Streichung des Paragrafen 218 Das ist sowieso der größte Witz. Mit Streichung von §218 entfällt auch §218a und damit die Möglichkeit für Ärzte überhaupt legal Abtreibungen vorzunehmen.


Timdropped

MdB Ulle Schauws (Grüne) sagt: > Um den Paragraf 218 tatsächlich abschaffen zu können, müssen wir eine Alternative parat haben. Die Streichung zu fordern, aber keine andere Regelung vorzulegen – das ist zu wenig. (…) > Der sogenannte Kompromiss zwischen Union und SPD hat nur Chaos gebracht. Ärzt*innen werden weiter kriminalisiert. Ich werfe SPD und Union vor, dass das absehbar war. Aber wir Grüne wollen in die Verantwortung für diejenigen gehen, die für die Gesundheitsversorgung von ungewollt Schwangeren zuständig sind. Deshalb sagen wir ganz klar: 219a ersatzlos streichen. https://www.gwi-boell.de/de/2021/05/06/um-den-paragraf-218-tatsaechlich-abschaffen-zu-koennen-muessen-wir-eine-alternative


ChronicConservative

Danke für den interessanten read, genau so etwas wollte ich! Wirkt zwar noch immer etwas "unüberlegt" (sagt ja auch offen, dass es kein Konzept gibt), aber das ist zumindest schon mal mehr, als ich bisher im Diskurs bekommen habe...


Eka-Tantal

§218a: > Der Tatbestand des § 218 ist nicht verwirklicht, wenn > 1. die Schwangere den Schwangerschaftsabbruch verlangt und dem Arzt durch eine Bescheinigung nach § 219 Abs. 2 Satz 2 nachgewiesen hat, daß sie sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff hat beraten lassen, > 2. der Schwangerschaftsabbruch von einem Arzt vorgenommen wird und > 3. seit der Empfängnis nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sind. Man möge mich korrigieren, aber hiernach ist die Frau ja eben innerhalb der ersten 12 Wochen keine “Kriminelle”, da der Straftatbestand nicht verwirklicht ist.


goldenrider1312

Der Failsafe ist der Verstand. Ich habe als Frau manchmal den Eindruck, dass gewisse Gestalten denken, dass wir Abtreibungen super duper toll und easy/ s finden. Spoiler: sind sie nicht. Abtreibungen sind für Frauen traumatisierend wenn sie in späteren Monaten erfolgen und jeder würde dass in einer Notsituation entscheiden nicht weil sie einfach bock drauf hat oder zu blöde ist zu verhüten. Es geht vor allem hier erstmal um den Rechtsanspruch.


SnooMarzipans5579

Dies. Gleicher Eindruck, manche denken Abtreibungen wären ezpz und hauptsächlich dazu da, dass Frauen rumpimpern können. Ich kann da nur empfehlen mal bei einer Abtreibung dabei zu sein oder sich um eine Frau zu kümmern die sowas hinter sich hat (war bei einer guten Freundin dabei, weil sie sich vor ihrer Familie geschämt hat und der Typ weg war). Spoiler: Der 15min Eingriff ist nicht das Schlimmste, sondern die Zeit und Emotionen danach. Sowas macht keine Frau aus Spaß.


RengarMain15500

Die Sache bei harten Anti-Abtreibungsgesetzen (grade auch in den USA) ist für mich immer diese: Was ist die Alternative? Grade, für das Kind? Es mag ein bisschen hart klingen, und ich bin keineswegs so ein Utilitarist, dass ich hier irgendwelche Euthanasien anstrebe. Wie sieht das Leben von so einem ungewollten, aber nicht "abtreibbaren" Kind später aus? Von der alleinerziehenden Mutter gehasst? Von den Eltern nie gewollt? Sofort abgegeben und dann von einem Heim ins Nächste? Pflegeeltern? Eventuell verstörendes Erlebnis für die Eltern? (Irgendwo da draußen lebt ein Kind von uns...) Ist das wirklich so eine geile Alternative?


xxekkoxx

der ewig lange Text, ich war schon gespannt was die Frage denn jetzt sein wird. Da fragt er wie die Linken und Jusos zu Abtreibung im 8. Momat steht.... dein Ernst? Ich hab gehört die Grünen fordern sogar Abtreibung bis zum 24. Monat. Die Aprés-natale Abtreibung sozusagen /s